LICC - SPECIAL FASTELOVEND: Gemeinschaft

Sonntag, 11. Februar 2018
Die Beine sind schwer, der Rücken schmerzt und die Augenringe sind bald so groß, dass man sie nicht mal mehr als solche erkennt: Herzlich Willkommen in der Session! 

Während ich für euch vergangenes Jahr eine ganze Themenwoche vortippen konnte, beschränkt sich dieses Jahr meine karnevalistische Berichterstattung auf diesen einen Blogpost.

Die vergangen gut 6 Wochen vergingen wie jede Session im Flug. Eine "normale" Session ist ungefähr ein Flug nach Mallorca. Angenehme Reisezeit mit Ankunft auf der Schinkenstraße alias Karnevalswoche. Ein paar Tage Feierei und dann ist der Hokuspokus Geschichte. 
Eine kurze Session wie diese hingegen, fühlt sich schnell mal an wie ein Raketenflug. Ordentlich durchgeschüttelt und schon am Ziel. 

Das Ziel und Happy End wie jedes Jahr: Der morgige Rosenmontagszug.

Sechs Wochen und viele Bühnen liegen nun hinter mir. Zeit sich den Raketenflug in Slow-Motion anzusehen. 


Kaum war Silvester vorbei, ging es schon auf die Bühne. Der eigentliche Plan ist jährlich den Weihnachtsbaum vor dem ersten Auftritt aus dem Fenster zu schmeißen, doch in einer so schnell begonnenen Session gefühlt unmöglich. Und wie das nun mal so ist: Sobald das Rad einmal rollt, wird es immer schneller, und so blieb der Baum geschmückt neben der Weißzeug-Stange stehen. Ich meine nach Auftrittstag fünf habe ich es endlich geschafft, den Baum ab zu bauen und eine Woche später ihn auch raus zu stellen. 


Die Säle wurden gerockt, das Pullmann-Foye "betanzt" bis in den Morgen und das nicht nur von zwei - drei die nie ein Ende finden, sondern von fast meiner gesamten Helligen-Truppe. 


Mir Hellige - eine Gemeinschaft

In den letzten Woche habe ich wieder erfahren, was es heißt zu einer Gemeinschaft wie dem Kölner Karneval zu gehören. Da bricht sich eine den Fuß, eine andere wird überredet doch weiter zu tanzen, trotz felsenfester Überzeugung ihre letzte Session zu tanzen und die nächste kommt vor Bauchschmerzen kaum auf die Bühne. Doch wir haben es alle nach unseren Möglichkeiten durchgezogen! Die Bühnen gemeinsam gerockt und aus Spaß an der Freud für das Kölner Publikum getanzt. Durch das diesjährige Motto "Mir Kölsche danze us der Reih" gab es Aufmerksamkeit für die Tanzgruppen wie noch nie. Über die regionalen Grenzen hinaus wurde über uns Tanzgruppen berichtet - im Radio, Print und sogar im Fernsehen. 



Ich bin ein furchtbar emotionaler Mensch, der oft mit den Tränen zu kämpfen hat. Diese Session wurde ich oft in den Kampfring geschubst. Sei es mein geliebter Ostermann (für die Nicht-Kenner: ein traditioneller Tanz unserer Hellige Knäächte un Mägde) dessen Tanz mich immer wieder zu Tränen rührt, genauso wie das miteinander Feiern und Singen nach den Auftritten. 

Am emotionalsten allerdings werde ich bei Standingovations und bei unserer "After-Auftritt-Tradition". Eigentlich nur nach dem letzten Auftritt der Session, doch seit neustem gefühlt jedes Mal, bleiben wir nach dem Auftritt gemeinsam im Foyer stehen, klatschen für die von uns, die noch raus kommen und singen unseren Ausmarsch. Ein Moment der mein Karnevalsherzchen hüpfen lässt und mit Stolz erfüllt.



Ich bin Stolz, zu einer so tollen Gemeinschaft zu gehören. Einer Gruppe, in der jeder so furchtbar individuell sein kann, wie er will. Einem Team, in dem wir alle zusammen halten und füreinander in den entscheidenden Momenten da sind. 

Danke meine Helligen Knäächte un Mägde! Auf einen wunderschönen Rosenmontagszug, viele weitere Sessionen und auf das, was wir lieben - auf uns!

Danke an den besten Foto-Knäächt Lukas für wieder eine Vielzahl von tollen Bildern wie diese! Schaut gerne mal auf seinen Kanälen vorbei.


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