LICC - ON TOUR: Sommerurlaub auf Mallorca (ESP)

Dienstag, 19. September 2017
Hola, qué tal? Dreht die Heizung weit auf oder nehmt euch eine Decke und ersetzt den aktuell nötigen Tee mit einem Tinte de Verano. Ich bringe euch jetzt in den gefühlt 100 Wochen alten Sommerurlaub. Denn gerade einmal zwei Wochen können sich bei deutschem Herbstwetter anfühlen wie eine Ewigkeit.


Alle schwärmen immer von Mallorca. Die einen von der ruhigen Idylle und die anderen von Party am Ballermann. Ich kann ein Freund von beidem sein. Nach kleiner Diskussion mit mir selbst, wie lange ich in Urlaub fahren will (by the way: mein letzter "richtiger" Urlaub über eine langes Wochenende hinaus ist schon viele Jahre her) entschloss ich mich für eine ganze (!!!!) Woche und wählte A. als Reisebegleiter aus.

Ein Mix aus Reiseführer (Print-Fan) blättern und das Internet durch stöbern, brachte uns nach Porte de Sòller. A. wollte Strand und ich wollte ein bisschen sehen, da bietet sich ein kleines Dörfchen direkt am Meer super an.




Mindestens genauso angeboten, hat sich unser Hotel. Wir waren uns schnell einig, dass wir keine große Bettenburg haben wollen, sondern ein kleines gepflegtes Frühstückshotel. Unsere Wahl fiel auf das Hostal Villa Primavera. Besser hätte es uns kaum treffen können. Blick auf die Berge, schräger Blick auf das drei Minuten entfernte Meer und super hübsch eingerichtete Zimmer. Das Frühstück variierte täglich mit einem Mix aus regionalen Produkten. Mein Highlight war eindeutig der Orangensaft aus Orangen der Nachbarplantagen. Das klassische Auswanderer Duo verkörpert totale Gelassenheit und sorgt dafür, dass sich jeder Gast wie bei guten Freunden zu Hause fühlt. Absolut zu empfehlen, aber nehmt uns nicht die Zimmer weg, wenn wir nochmal hin wollen.




Gestärkt von dem leckeren Frühstück haben wir unsere Urlaubsplanung immer im Wechsel gestaltet. Auf einen Strandtag folgte ein "Unternehmungs"-Tag. 
Ich hasse nach wie vor Sand, finde es daher etwas schwierig über den Strand zu schreiben. Mein Highlight war auf jedenfall die Eisdiele direkt an der Promenade von Porte de Sòller. Neben den Klassikern gab es dort auch besondere Sorten wie Pistazie+weiße Schokolade. Einfach lecker und ein tägliches Muss bei einem Urlaub in Porte de Sòller. 
Doch selbst als Strand-Hasser, habe ich so gut es geht die Zeit genossen. Ein bisschen im Meer schwimmen, die Wärme genießen und ganz viel lesen. Abendliches Strand-Abschluss-Ritual - eine gepflegte Runde Kniffel (ich hab natürlich so gut wie immer gewonnen).



ADVENTURE


Wie man am Strand liegt, könnt ihr euch wahrscheinlich noch ganz gut vorstellen. Für den eigentlichen Mehrwert, den ich euch hier und heute bieten will, erzähle ich euch jetzt mal, was wir alles unternommen haben, was ich empfehlen kann und was man besser lässt.



Ganz schönes Tagespensum haben wir uns für einen Tag vorgenommen. Am Morgen wollten wir eigentlich mit der Holzbahn von Porte de Sòller nach Sòller fahren. Es wurde uns aber wärmstens von abgeraten, da die Strecke für gerade einmal 2km schlappe 7€ p.P. kostet. Dabei geht genau der Streckenteil an der Straße entlang und ist nicht sonderlich schön. Geld gespart fuhren wir mit anderen Hotelgästen im Leihwagen mit. Ansonsten hätten wir die Strecke auch wunderbar laufen können. 


Samstags ist in Sòller Markt. Große Empfehlung. Ein Mix aus Touri Markt und Markt für "Einheimische" (so viel deutsch wie ich in dem Urlaub gehört habe, glaube ich kaum, dass es noch echte Spanier auf Mallorca gibt). An jeder Ecke wieder der köstliche frische Orangensaft. Korbtaschen, Olivenholzprodukte, spanische Leckereien an jeder Ecke. Wir waren außerdem direkt zum "Marktstart" um 10:00 Uhr da. Das würde ich euch unbedingt ans Herz legen, den spätestens zur Mittagszeit kommen auch die ganzen Touristen aus Palma. 




Wir drehten den Spieß um und fuhren nach Palma. Dieses Mal allerdings mit der vorher abgeratenen Holzbimmelbahn. Im Vergleich zu der 5 Minuten-Fahrt für 7€ kostet die Strecke Sòller - Palma mit fast 1,5 Stunden gerade einmal 17€. Mitten durch Olivenplantagen, Orangenplantagen und kleine Dörfer fährt die Bahn. Kleiner Tipp, setzte euch direkt in den ersten Wagon. Der war damals die 1. Klasse und demnach mit wenig Sessel-Plätzen bestückt. Viel schöner und ruhiger als die Holzbankreihen der 2. Klasse (heute kostet beides das gleiche).




In Palma irrten wir leider ein bisschen rum. Viele Freunde haben mir danach und davor gesagt wie schön Palma ist, doch wir haben wohl die falschen Gassen erwischt. Also wäre an der Stelle mein Tipp, sich vorher genau angucken, wo man hin will. Das Treiben lassen hat jedenfalls für uns dort nicht gut geklappt. 
Besichtigt haben wir dennoch die Kathedrale von Palma. Die kann zwar nicht mit dem Kölner Dom mithalten, aber war dennoch ganz schön. 

Auf in den Bus Richtung Ballermann. Ja richtig gelesen, wir wollten genau da hin, wo wohl die meisten deutschen herumlungern. Außerdem wollte ich sehen, worauf ich mich eingelassen habe, denn in zwei Wochen geht es tatsächlich für ein langes Wochenende an den Ballermann. An der Stelle sei gesagt, es ist viel harmloser als gedacht. Sehr gesittetes nettes miteinander feiern. Mehr dazu schreibe ich euch mal nach dem Partywochenende. 


"DU BIST DER GEILSTE ORT DER WELT"


Spassig wurde dann der Rückweg von Palma nach Porte de Sòller - wer soll den ahnen, dass der letzte Bus am Samstag um 17:00Uhr fährt. Also solltet ihr die gleiche Region wie wir wählen, dann checkt vorher die Buszeiten. Wir durften gefühlt das ganze Urlaubsgeld für eine Taxifahrt ausgeben. Passiert - wir haben uns jedenfalls die gute Stunde Fahrt darüber amüsiert.


KONTRASTPROGRAMM  


Einen netten Spaziergang haben wir uns vorgestellt und bekommen haben wir einen Abenteuerweg. Von Porte de Sòller geht ein Wanderweg, der mit 1.10h ausgeschrieben ist, direkt zu dem Leuchtturm. Soviel zur Theorie. Praktisch waren wir super froh wenigstens Laufschuhe dabei gehabt zu haben. Die Wanderwege dort haben nichts mit den Wanderwegen in Deutschland zu tun. Klettern über Zäune, und große Steinbrocken keine Seltenheit. Begleitet wurden wir mal von Schafen und mal von Eseln. Zeitlich haben wir auch nur drei Stunden anstatt eine gebraucht. 





Fazit: Sehr schönes Erlebnis und sehr zu empfehlen (low budget), aber plant euch mehr Zeit ein, als die mallorquinischen Strecken vorgeben. Feste Schuhe an und ein Hut auf den Kopf, die Sonne knallt sehr doll.


VOLLGAS


In meinen letzten Monatsfavoriten habe ich euch von unserem Scooter 400 erzählt. Auf Mallorca wollten wir erst einen Leihwagen nehmen, doch haben uns dann für einen starken Roller entschieden. Eine wunderschöne Vespa fuhr uns einen Tag über die Insel. Immer entlang der Küste nach Valldemossa. Ein wirklich nettes Touri Städtchen, doch viel schöner sind die kleinen Orte auf dem Weg dort hin. Also einfach mal anhalten, wenn etwas nett aussieht. Wenn ihr euch auch einen Roller leihen wollt, dann kann ich euch Bullimoto empfehlen. Wir haben ganz wilde Leihstories gehört, doch die schicken Roller von Bullimoto sind spitze.






Und damit endet der Reisebericht aus Mallorca. Gott sei Dank, geht es nächste Woche ja schon wieder auf die Insel. Ich hoffe, wir können noch ein paar Sonnenstrahlen abgreifen. 


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